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Die
CDU Baden-Württemberg versteht sich als Partner der Wirtschaft.
Wir werden vor allem den Mittelstand, das Handwerk und die
Freien Berufe auch künftig nach Kräften fördern und unterstützen,
denn sie sind das Rückgrat unserer heimischen Wirtschaft, der
Garant für sichere Arbeitsplätze und ein hervorragendes
Angebot an Ausbildungsplätzen für die junge Generation.
Die Wirtschaft eines Landes ist nur so stark wie die
Unternehmen, die sie ausmachen. Deshalb werden wir im Rahmen der
neuen ”Zukunftsoffensive Junge Generation” weitere Maßnahmen
einleiten, die die Rahmenbedingungen für die heimische
Wirtschaft, insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen,
weiter verbessern. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir dabei
auf die Modernisierung der überbetrieblichen Ausbildungsstätten
und die weitere Verbesserung der beruflichen Qualifizierung.
Wir setzen uns für die weitere Förderung von gemeinsamen
Verbundforschungsprojekten der mittelständischen Unternehmen
mit unseren Forschungseinrichtungen und die Weiterentwicklung
des C1-Programms zur Förderung mittelständischer Innovationen
ein. In den kommenden Jahren werden im Land in vielen mittelständischen
Unternehmen Betriebsübernahmen anstehen; hierauf werden wir ein
besonderes Augenmerk legen. Mit Vertretern aus Mittelstand,
Handwerk und Freien Berufen werden wir Gespräche darüber führen,
wie ein qualifiziertes Koordinierungs- und Beratungsangebot
geschaffen werden kann, um Betriebsübernahmen zu ermöglichen
und zu erleichtern und damit in den betroffenen Betrieben
bestehende Arbeitsplätze zu sichern. Unser Existenzgrünungsprogramm
gilt auch für Betriebsübernahmen.
Die Nachwuchssicherung für den Mittelstand ist eine Aufgabe von
entscheidender Bedeutung. Deshalb setzen wir uns für gute
Berufsschulen und ein besseres Meister-Bafög ein. Wir werben für
die technischen und handwerklichen Berufe und unterstützen die
Arbeit der Kammern. Eine Ausbildungsplatzabgabe lehnen wir ab,
da sie nicht mehr Ausbildungsplätze, sondern nur mehr Bürokratie
bringen würde. Der Meisterbrief bleibt für uns der Nachweis
besonderen Könnens und hervorragender beruflicher
Qualifikation; wir halten deshalb am Großen Befähigungsnachweis
im Interesse der Kunden fest.
Die CDU Baden-Württemberg schlägt einen landesweiten
Wettbewerb für die den Mittelstand unterstützenden
Einrichtungen um die besten Beratungs- und Innovationskonzepte
vor. Wir wollen die Konzepte auszeichnen und nach vorne bringen,
die am besten geeignet sind, um die mittelständischen
Unternehmen im Land zu fördern. Die Vorschläge der
Enquete-Kommission Mittelstand werden wir sorgfältig prüfen
und im Rahmen des Machbaren umsetzen.
Wir setzen uns weiter für den Abbau von bürokratischen
Hemmnissen ein, die insbesondere mittelständischen Unternehmen
belasten und beeinträchtigen. Zahlreiche Erfolge in der Entbürokratisierung
konnten in den letzten Jahren in Baden-Württemberg schon
erzielt werden: Vorschriftenabbau, Aussetzung von Standards und
Verkürzung von Genehmigungsfristen sind wichtige Schritte auf
einem richtigen Weg zu mehr Bürgernähe und schnelleren
Verfahren in der Verwaltung. Weitere müssen folgen, auch auf
Bundesebene.
Wir sind für die Rücknahme der unsinnigen 630-DM-Regelung, die
keine soziale Sicherheit schafft, sondern die betroffenen
Menschen um ein verdientes kleines Zubrot und die mittelständische
Wirtschaft um flexible Beschäftigungsmöglichkeiten bringt. Die
bisherige Möglichkeit, befristete Arbeitsverhältnisse
einzugehen, muss erhalten bleiben, denn sie schafft
Einstellungschancen und ermöglicht den Betrieben eine
gezieltere Personalplanung.
Mit aller Entschiedenheit wendet sich die baden-württembergische
CDU gegen die Benachteiligungen der mittelständischen
Unternehmen infolge der Steuerreform der rot-grünen
Bundesregierung. Geordneter, fairer Wettbewerb setzt
Chancengleichheit voraus. Wir treten deshalb mit Nachdruck dafür
ein, dass Einkünfte unabhängig von der Rechtsform der
Unternehmen in gleicher Höhe besteuert werden und
Personengesellschaften nicht schlechter gestellt sind als
Kapitalgesellschaften. Die Verschlechterung bei der Besteuerung
von Unternehmensveräußerungen lehnen wir ebenso ab wie die Erhöhung
der Erbschaftssteuer bei Unternehmensübergaben. Dies gilt
ebenso für die von der Bundesregierung beabsichtigte Verlängerung
von Abschreibungsfristen.
Baden-Württemberg braucht den Mittelstand, deshalb sind wir Gründerland.
Wir helfen jungen Unternehmen und angehenden Existenzgründern,
weil sie Arbeitsplätze schaffen. Wir werden im Land ein
Internet-Portal mit Zugang zu allen im Land vorhandenen
Beratungs- und Finanzierungsangeboten sowie Diskussionsforen
aufbauen. Wirtschaftlich umsetzbare Forschungsergebnisse unserer
Hochschulen sollen zielgerichtet ermittelt, durch die
Hochschulen patentiert und in einem Pool gesammelt werden. Wir
treten für finanzielle Anreize für Hochschulen und Forscher
ein, um Unternehmensgründungen, insbesondere Ausgründungen aus
Hochschulen, schneller voranzubringen und das Engagement
privater Gründungskapitalfonds an den Hochschulen und in ihrem
Umfeld zu verstärken.
Wir werden die Anstrengungen des Landes zur Ansiedlung neuer
Unternehmen weiter verstärken und aktive Ansiedlungsinstrumente
wie die direkte Unternehmensansprache durch die Gesellschaft für
wirtschaftliche Zusammenarbeit (GWZ) intensiver einsetzen. Für
Wirtschaftsförderer in den Kommunen, Kreisen und Regionen des
Landes wollen wir landesweit Schulungen anbieten, in denen
gezielt spezifisches und unternehmensbezogenes Wissen
professionell vermittelt werden soll. Im Vordergrund müssen
dabei Kenntnisse über die Ansiedlung von Unternehmen und deren
Bindungen an Standorte in Baden-Württemberg, die Stärkung des
Auftrittes baden-württembergischer Unternehmen außerhalb
unseres Landes, über die Anforderungen für baden-württembergische
Unternehmen bei der Ausweitung des Geschäftsfeldes über die
Grenzen unseres Landes hinaus und insbesondere Kenntnisse über
die Voraussetzung zur Erlangung von Fördermitteln der Europäischen
Union stehen. Die bisher stark regional geprägte Struktur der
Wirtschaftsförderung muss durch eine stärkere
Branchenorientierung auf überregionaler Ebene ergänzt werden.
Wir werden die Wirtschaftsverwaltung im Land auf die neuen
Herausforderungen ausrichten und die notwendigen Maßnahmen zur
Modernisierung auf den Weg bringen.
Als Schnittstelle zwischen universitärer Forschung und
wirtschaftlicher Produktion setzen wir vermehrt auf die flächendeckende
Errichtung von Technologiezentren.
Die Neue Landesmesse werden wir zur Baureife führen und alles
daran setzen, ihren Bau bis zum Ende der kommenden
Legislaturperiode abzuschließen. Sie ist für die Wirtschaft
des gesamten Landes von außerordentlich hoher Bedeutung und die
Visitenkarte ganz Baden-Württembergs in den welt- und
europaweit tätigen Unternehmen. Wir wollen die einmalige Chance
nutzen, eine Messe zu verwirklichen, die unmittelbar an alle
schnellen Verkehrsmittel - ICE, Flugzeug, Autobahn - angebunden
ist. Wir engagieren uns auch für die weitere Förderung
regionaler Messen. |