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Am
26. März 2006 ist Landtagswahl in
Baden-Württemberg

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| Sozialpolitik |
Baden-Württemberg
ist ein Land des Miteinanders und des sozialen Ausgleichs. Die
Menschen hier bei uns haben sich ihren Gemeinschaftssinn und ihr
Gerechtigkeitsempfinden bewahrt; wir in Baden-Württemberg
halten zusammen. Konflikte und Interessengegensätze gibt es bei
uns wie anderswo auch. Aber wir in Baden-Württemberg haben es
immer wieder verstanden, sie gemeinsam und zum Wohle unseres
Landes zu lösen.
Bei uns hat jeder seinen Platz: Alte wie Junge, Gesunde,
Behinderte und Kranke, Familien und allein Erziehende,
Arbeitnehmer und Unternehmer. Wir grenzen niemanden aus. Aber
wir fordern von allen im Interesse des Allgemeinwohls, den
Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten, den sie zu leisten in
der Lage sind und die Hilfe der Gemeinschaft nur dann in
Anspruch zu nehmen, wenn sie sich nicht selbst helfen können.
Die CDU versteht sich als Partei der Subsidiarität. Wir wollen
Hilfe zur Selbsthilfe, wir wollen, dass die Menschen solidarisch
untereinander sind. Beides gehört zusammen. Die christliche
Soziallehre und die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft
weisen uns dabei den Weg. Wir wollen einen Sozialstaat, dessen
Anspruch und Reichweite sich nicht darin erschöpfen, Geld zu
verteilen. Wir wollen eine Gesellschaft, in der Menschen,
Gruppen und Generationen Rücksicht aufeinander nehmen. Wir
wollen eine Gesellschaft, in der alle gebraucht werden. Jeder
hat das Recht auf eine Aufgabe.
Jung und Alt sind nur gemeinsam stark
Das solidarische Zusammenleben der jüngeren und der älteren
Generation ist der baden-württembergischen CDU ein besonderes
Anliegen. Alter ist kein Verdienst, Jugend auch nicht. Wer
versucht, Jung und Alt gegeneinander auszuspielen, schadet dem
Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Zum Miteinander der
Generationen gibt es keine vernünftige Alternative. Junge und
alte Menschen müssen unbefangen und in gegenseitiger Wertschätzung
miteinander umgehen. Nur gemeinsam machen die Kraft der jungen
Menschen und die Lebenserfahrung der Älteren unsere
Gesellschaft stark und stabil.
Wir bejahen den Generationenvertrag und befürworten deshalb
eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung, die älteren
Menschen ihren Lebensabend sichert, ohne die junge Generation über
Gebühr zu belasten. Wir setzen uns dafür ein, zusätzlich zur
umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung neue Elemente
der kapitalgedeckten Altersvorsorge zu nutzen. Dabei soll es den
Menschen freigestellt sein, in welcher Form sie zusätzlich für
ihr Alter vorsorgen. Generationengerechtigkeit braucht
Familiengerechtigkeit: Wer Kinder erzogen hat, darf im Alter
nicht benachteiligt werden sondern muss dafür einen Bonus
erhalten. Eine Grundrente, die viele langjährige Beitragszahler
in die Rentenversicherung mit anderen gleichstellen würde, die
nie einen Pfennig eingezahlt haben, lehnen wir mit Nachdruck ab.
Wir wollen keine Einheitsrente. Wir wollen eine gerechte Rente für
die Frauen und wir werden keine neue Altersarmut zulassen.
Ältere Menschen haben ihren festen Platz in der Mitte unserer
Gesellschaft; sie dürfen nicht an den Rand gedrängt werden.
Viele von ihnen haben ein hartes Arbeitsleben hinter sich und
mussten schwere Schicksalsschläge auf sich nehmen, zum Beispiel
als Kriegsopfer, Heimatvertriebene oder Flüchtlinge. Sie haben
am Aufbau unseres Landes großen Anteil: Dafür sind wir ihnen
dankbar. Wir wollen, dass alte Menschen ihr Leben
eigenverantwortlich und selbstbestimmt gestalten können. Ihre
Erfahrungen wollen wir für die gesamte Gesellschaft nutzen und
ihnen deshalb weitere Möglichkeiten zum bürgerschaftlichen
Engagement eröffnen. Vor allem muss die ältere Generation an
den sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden.
Wir wenden uns gegen jede Form der Diskriminierung älterer
Menschen, auch und gerade auf dem Arbeitsmarkt. Auch ältere
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind zur Leistung fähig und
zur Leistung bereit. Sie müssen durch verbesserte Angebote zur
Fort- und Weiterbildung in die Lage versetzt werden, mit dem
wissenschaftlich-technischen Fortschritt Schritt zu halten und
neue, zusätzliche Qualifikationen zu erwerben. Hierbei sehen
wir die Tarifpartner in einer besonderen Verpflichtung. Baden-Württemberg
ist sich seiner Verantwortung als Arbeitgeber gegenüber seinen
Mitarbeitern im Öffentlichen Dienst bewusst. Niemand darf wegen
seines Alters aus einem Beschäftigungsverhältnis herausgedrängt
werden. Wir unterstützen die bisherigen Möglichkeiten von
einem gleitenden Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand.
Wir wollen, dass ältere Menschen so lange wie möglich in ihrer
gewohnten Umgebung selbständig leben können. Deshalb kommt für
uns geriatrische Reha vor Pflege. Wir werden deshalb den
begonnenen Ausbau der ambulanten Reha weiter fortsetzen. Wir
werden das vorhandene Netz an Hilfsdiensten für ältere
Menschen entsprechend des Landespflegeplanes bedarfsgerecht
weiterentwickeln. Wir werden sicherstellen, dass Pflegebedürftige
gut versorgt und betreut werden. Die dazu notwendige Beratung
wollen wir dadurch verbessern, dass wir Beratungsleistungen
konzentrieren und so zusätzliche Beratungsmöglichkeiten
schaffen. Die Beratung soll möglichst trägerunabhängig sein.
Wir unterstützen Bemühungen, die das Miteinander von jungen
und alten Menschen fördern, zum Beispiel in den Vereinen, in
Wohnanlagen und Wohnsiedlungen und in Mehrgenerationenfamilien.
Wir fördern die Seniorenvertretungen in Städten und Kreisen
und damit das bürgerschaftliche Engagement der älteren
Generation.
Probleme, die verschiedene Generationen gemeinsam betreffen,
sollen möglichst einvernehmlich gelöst werden. Deshalb wollen
wir das Instrument der Generationenbilanzen versuchsweise
einsetzen, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Nutzen und
Lasten notwendiger Reformen und Entscheidungen von Älteren und
Jüngeren so gemeinsam getragen werden können, dass keine
Generation übervorteilt wird.
Wir setzen auf die leistungsbereite, aufgeschlossene und
optimistische junge Generation in Baden-Württemberg. Wir bauen
auf ihr Engagement und ihren Willen, ihre Zukunftschancen zu
nutzen und damit auch unser Land weiter nach vorn zu bringen.
”Null Bock auf Zukunft” ist mega-out in Baden-Württemberg.
Bei uns haben junge Menschen alle Chancen, aus ihrem Leben etwas
zu machen. Wir wollen ihre Entwicklung zu Persönlichkeiten stützen,
sie vor Gefährdungen schützen und ihr Engagement für das
Gemeinwohl vertiefen. Wir sagen den jungen Menschen: Ihr werdet
gebraucht, und ihr könnt viel für euch und andere tun. Wir
wollen, dass junge Menschen mitmachen in Gesellschaft und
Politik. Deshalb haben wir die Jugendgemeinderäte in der
Gemeindeordnung verankert. Wir fordern Städte und Gemeinden
auf, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, Jugendgemeinderäte
einzurichten. Eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre lehnen
wir ab; gleiche Rechte und Pflichten sollen grundsätzlich mit
dem Erreichen der Volljährigkeit verwirklicht sein.
Die baden-württembergische CDU setzt sich für die Verstärkung
der Zusammenarbeit zwischen Schulen und außerschulischen
Bildungseinrichtungen sowie den Vereinen und der Wirtschaft ein.
Wir befürworten die Stärkung der Jugendarbeit durch
verbesserte Qualifikation der Jugendleiter und -betreuer und die
besondere Unterstützung der Jugendarbeit in den Aufgabenfeldern
Medien, Umwelt und soziales Engagement. Mentorenprogramme, in
denen Jugendliche eigene Verantwortung übernehmen, werden wir
weiterhin besonders fördern . Den Ausbau des Jugendnetzes
Baden-Württemberg wollen wir ebenso wie Investitionen in
Jugendgruppenräume aus der neuen ”Zukunftsoffensive Junge
Generation” heraus unterstützen.
Wir sehen die vom Ehrenamt getragene Jugendverbandsarbeit und
offene Jugendarbeit als große Hilfe, die das Heranwachsen
junger Menschen erfolgreich unterstützen. Für junge Menschen,
die in den Vereinen, Parteien und anderen gemeinnützigen
Organisationen tätig sind, wollen wir als zusätzliche Form der
Anerkennung ihrer Leistungen einen Landesjugendleiterpass einführen.
Er soll zu verbilligtem Eintritt in öffentliche Einrichtungen
wie Schlösser, Museen usw. berechtigen. Wir werden bei privaten
Anbietern von Erholungs- und Freizeiteinrichtungen dafür
werben, ebenfalls Vergünstigungen für Inhaber des Passes zu
gewähren. Die CDU Baden-Württemberg setzt sich dafür ein,
jungen Menschen schon ab 16 Jahren die Möglichkeit der
Absolvierung eines Freiwilligen Sozialen Jahres und schon ab 15
Jahren eines Freiwilligen Ökologischen Jahres zu ermöglichen. |
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(Auszug aus:
„Erfolgskurs Süd. Regierungsprogramm 2001-2006“. Beschlossen
vom 42. Landesparteitag am 27. Januar 2001 in Mannheim)
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