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Am
26. März 2006 ist Landtagswahl in
Baden-Württemberg

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| Solidarität
mit Kranken, Behinderten und sozial Schwachen |
Kein
Mensch ist vor schweren Schicksalsschlägen letztendlich gefeit.
Jeder Mensch kann leichter oder schwerer erkranken, jeder Mensch
kann von heute auf morgen von einer Behinderung getroffen sein,
jeder Mensch unterliegt dem Risiko, seine Erwerbsarbeit zu
verlieren und sich nicht mehr selbst ernähren zu können. Jeder
Mensch muss damit rechnen, früher oder später einmal auf die
Hilfe der Gemeinschaft angewiesen zu sein. Jeder Mensch sollte
deshalb auch bereit sein zur Solidarität mit denen, die diese
Hilfe jetzt brauchen. Menschenwürdiges Leben und Zusammenleben
ist in einer arbeitsteiligen, leistungsorientierten Industrie-
und Wissensgesellschaft ohne sozialen Ausgleich nicht denkbar.
Deshalb fordert christlich-demokratische Sozialpolitik die
Leistung der Starken auch, damit den Schwachen geholfen werden
kann. Eigenverantwortung für sich selbst und Mitverantwortung für
andere sind zwei Seiten ein und derselben Medaille.
Wir wollen die Gesundheitsversorgung in Baden-Württemberg auf
dem erreichten hohen Niveau erhalten und ihre Qualität
effizient und stetig verbessern. Jeder Patient, ob in der Stadt
oder auf dem Land, soll auch künftig eine gleichwertige
medizinische Grundversorgung in erreichbarer Nähe erhalten. Die
Inanspruchnahme von notwendigen medizinischen Leistungen darf
nicht zu einem finanziellen Risiko oder einer unzumutbaren
finanziellen Belastung kranker Menschen werden. Budgetierungen,
die zur Einschränkung notwendiger medizinischer Leistungen führen
können, lehnen wir ab. Beitragszahler in den
Krankenversicherungen sollen in Zukunft mehr Möglichkeiten zur
Auswahl dessen haben, was sie absichern wollen und was nicht.
Einfaches, Zumutbares können wir selbst leisten. Kostspieliges
und Wichtiges muss weiterhin von der Solidargemeinschaft
abgesichert werden.
Bestrebungen des Bundes, den Ländern die Handlungsspielräume
in der Krankenhausplanung einzuschränken oder ihnen sogar die
Zuständigkeit dafür zu entziehen, lehnen wir mit
Entschiedenheit ab. Wir wollen eine ausgewogene Versorgung mit
Gesundheitsdienstleistungen auch im ländlichen Raum.
Wir sehen ein modernes Gesundheitswesen nicht nur als
Kostenverursacher. Das Gesundheitswesen hat großes
wirtschaftliches Gewicht, es sichert viele Arbeitsplätze und
ist ein Wachstumsmarkt mit Zukunft. Wir wollen, dass unser Land
an diesem Wachstumsmarkt teilhat. Baden-Württemberg hat mit
seinen Bäder- und Kureinrichtungen, seinen Schwerpunkten in der
Medizintechnik und Pharmazeutik sowie seiner medizinischen
Spitzenforschung alle Voraussetzungen, ganz vorne dabei zu sein.
Wir wollen dazu neue Wege beschreiten und mit dem im Jahr 2000
gegründeten „Gesundheitsform Baden-Württemberg“ alle
Akteure im Gesundheitswesen von der Gesundheitsindustrie bis zur
Ärzteschaft, von den Krankenkassen bis zu allen
Gesundheitsdienstleistern an einen Tisch bringen, um so dazu
beizutragen, alle Entwicklungschancen dieses oft unterschätzten
Wirtschaftsbereichs zu erschließen. Damit sich das Land
national und international als innovativ-dynamischer Standort für
Gesundheitswirtschaft präsentiert, wollen wir das vorhandene
wirtschaftliche Potential bündeln und eine Plattform schaffen,
um Innovation und Synergien zu fördern. Mit der Überwindung
historisch bedingter Abgrenzungen zwischen den Branchen soll das
Gesundheitsforum dazu beitragen, Baden-Württemberg als
herausragenden Gesundheitsstandort in Deutschland und auch
weltweit weiter voranzubringen, zukunftssichere Arbeitsplätze
zu erhalten und neue zu schaffen sowie neue High-Tech-Produkte
und Dienstleistungen zu fördern. Auch deshalb setzen wir in der
neuen ”Zukunftsoffensive Junge Generation” einen besonderen
Investitionsschwerpunkt in den Lebenswissenschaften.
Behinderte gehören nicht an den Rand, sondern in die Mitte der
Gesellschaft. Noch zu oft werden sie ausgegrenzt, ihre
Begabungen und Fähigkeiten unterschätzt. Wir nehmen das
Benachteiligungsverbot für Behinderte im Grundgesetz ernst und
werden uns dafür einsetzen, dass es im Lebensalltag
verwirklicht wird. Die Schaffung behindertengerechter
Einrichtungen werden wir weiter unterstützen.
Das Berufsbild der Altenpflegekräfte wird aufgewertet. Für die
Altenpflegeausbildung werden die benötigten Mittel
bereitgestellt.
In der ambulanten Familienpflege, in der Nachbarschaftshilfe und
im Hospizdienst wird in unserem Land Herausragendes geleistet.
Die flächendeckende Familienpflege, die beispielsweise von
Katholischen Sozialstationen getragen wird, soll einen
Ausgleichsbetrag für die Grundsicherung bekommen. Der
Hospizdienst soll gefördert werden. Auch im Hinblick auf den
Fortbestand der Nachbarschaftshilfe haben wir auf Bundesebene
die Wiedereinführung der 400-Euro-Jobs durchgesetzt.
Die Sozialhilfe ist ein unentbehrlicher Bestandteil der sozialen
Sicherung. Sie tritt dort ein, wo andere Formen der sozialen
Sicherung Schicksalsfälle des Lebens nicht abdecken können.
Aufgabe der Sozialhilfe ist es, dem Empfänger der Hilfe die Führung
eines Lebens zu ermöglichen, das der Würde des Menschen
entspricht. Durch die Pauschalierung von Leistungen der
Sozialhilfe haben wir ein Instrument geschaffen, das es den Trägern
der Sozialhilfe ermöglicht, mit einem weniger bürokratischen
Verfahren die Bedürfnisse der Hilfsempfänger zu berücksichtigen.
Für die CDU Baden-Württemberg gilt der Grundsatz: Wer die
Hilfe der Gemeinschaft beansprucht, muss auch bereit sein, nach
seinen Möglichkeiten der Gemeinschaft dafür etwas zurückzugeben.
Deshalb unterstützen wir die Kommunen dabei, Bezieher von
Sozialhilfe zu gemeinnützigen Arbeiten heranzuziehen, sofern
diese gesundheitlich und von ihren Lebensumständen her dazu in
der Lage sind. Vorrangiges Ziel muss es dabei sein, die
betroffenen Menschen wieder in reguläre Arbeitsverhältnisse zu
vermitteln bzw. die Chancen hierfür zu verbessern. Das in
Baden-Württemberg erstmalig erprobte Modell des Einstiegsgelds
für langzeitarbeitslose Sozialhilfeempfänger hat positive
Ergebnisse gebracht. Wir werden es fortführen und mit der flächendeckenden
Einführung in Zusammenarbeit mit den Sozialhilfeträgern
beginnen.
Die beiden steuerfinanzierten Systeme der Sozial- und
Arbeitslosenhilfe sollen bei den Kommunen zu einem
Leistungssystem zusammengeführt werden. Der Bund muss
allerdings den Kommunen die Aufwendung für die bisherigen
Arbeitslosenhilfe erstatten.
Die Arbeitsmarktsituation in Baden-Württemberg ist sehr gut;
wir haben nahezu Vollbeschäftigung. Dennoch verkennt die CDU
Baden-Württemberg nicht, dass es auch bei uns benachteiligte
Gruppen gibt, die auf dem Arbeitsmarkt Probleme haben und der
Hilfe bedürfen. Deshalb werden wir das Programm
”Jugend-Arbeit-Zukunft” und das Langzeitarbeitslosenprogramm
des Landes fortführen.
Wir werden den Missbrauch von Sozialleistungen weiterhin bekämpfen,
denn jeder Euro, der dort ankommt, wo sie gar nicht gebraucht
wird, fehlt anderen Menschen, die auf Unterstützung angewiesen
sind, oder für andere wichtige Aufgaben. |
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(Auszug aus: „Erfolgskurs Süd.
Regierungsprogramm 2001-2006“. Beschlossen vom 42.
Landesparteitag am 27. Januar 2001 in Mannheim)
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