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Am
26. März 2006 ist Landtagswahl in
Baden-Württemberg

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| Bildung
und Hochschulen |
Zukunftschancen
kann man machen: eine gute Bildung und gute Ausbildung sind dafür
heute wichtiger als jemals zuvor. Das weltweit vorhandene Wissen
verdoppelt sich alle fünf Jahre, und es ist mit den modernen
Kommunikationsmitteln für immer mehr Menschen immer schneller
zugänglich. Gerade ein rohstoffarmes Land wie Baden-Württemberg
ist auf Spitzenqualität in Bildung und Ausbildung angewiesen.
Unser zukünftiger wirtschaftlicher Erfolg und die Gewährleistung
der sozialen Sicherheit hängen ganz entscheidend von der
schulischen und beruflichen Qualifikation der Menschen hier im
Land ab. Bildung und Qualifikation sind mehr denn je alles
andere als Luxus, sondern grundlegende Investitionen in die
Zukunft. Für die CDU Baden-Württemberg ist Bildung deshalb das
Top-Thema der kommenden Jahre. Wir investieren in die Köpfe der
Menschen, in ihre Zukunftschancen und damit in die Sicherung der
Leistungsfähigkeit unseres Landes.
An unseren Schulen und Hochschulen entscheidet sich schon heute,
wo wir morgen stehen werden. Deshalb wollen wir ein
Bildungssystem, das Leistung fördert und unterschiedlichen persönlichen
Bedürfnissen und Begabungen gerecht wird: nicht allen dasselbe,
sondern jedem das seine. Wir wollen unsere Kinder nicht nur auf
Leistung trimmen. Wir spielen Elitebildung und Breitenbildung
nicht gegeneinander aus.
Wir wollen jeden nach seinen Möglichkeiten fördern und
fordern. Deshalb halten wir am bewährten gegliederten
Schulsystem mit Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen,
Gymnasien und Sonderschulen fest. In unserem pluralen Schulwesen
haben auch Schulen in freier Trägerschaft einen wichtigen
Platz. Gesamtschulexperimente auf dem Rücken der Schülerinnen
und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer wird es mit uns
nicht geben.
Unsere vielfältige Hochschullandschaft mit Universitäten,
Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen, Berufsakademien
sowie Kunst- und Musikhochschulen wollen wir erhalten und weiter
entwickeln. Vielfalt ist unsere Stärke; sie sichert Wahlmöglichkeiten
und Bildungschancen überall in unserem Land. Wir wollen
Bildungseinrichtungen, die auf das Leben vorbereiten und die
Grundlagen für lebenslanges Lernen schaffen. Bildung und
Weiterbildung gehen nicht mehr nur junge Menschen an; sie sind
in einer modernen Wissensgesellschaft Lebensaufgabe für alle.
Unser Leitbild ist die lernende Gesellschaft.
Gute Schulen für gut ausgebildete Schülerinnen und Schüler
Die Sicherung der Unterrichtsversorgung an unseren Schulen ist für
die CDU Baden-Württemberg eine Aufgabe mit höchster Priorität.
Wir arbeiten auch in Zukunft für eine gute
Unterrichtsversorgung. Freiwerdende Lehrerstellen werden
weiterhin in vollem Umfang wieder besetzt. Für die laufende
Legislaturperiode schaffen wir 5.500 neue Lehrerstellen. Die
Lehrerkollegien im Land werden sich wieder deutlich verjüngen;
Absolventen von Lehramtsstudiengängen werden gute
Einstellungschancen haben. Wir fördern den Schulhausbau auch in
Zukunft, damit das Raumangebot an unseren Schulen bedarfsgerecht
erweitert und der Unterricht in einem attraktiven Umfeld
stattfinden kann.
Wir verstehen Schulpolitik auch als Beitrag zur besseren
Vereinbarung von Aufgaben in Familie und Beruf. Deshalb haben
wir die verlässliche Grundschule auf den Weg gebracht. Wir
wollen Eltern ihre Erziehungsaufgaben nicht abnehmen, aber ihnen
dabei helfen, dass sie diesen Aufgaben gerecht werden können.
Deshalb wollen wir ganztägige Lehr- und Betreuungsangebote an
den Schulen weiter ausbauen und dabei Elterninitiativen mit
einbeziehen. Wir werden die Befristung der Schulsozialarbeit und
ein stärkeres finanzielles Engagement überprüfen.
Auch die inhaltliche Gestaltung des Schulunterrichts ist für
die Berufschancen junger Menschen wichtig. Sie muss den
Anforderungen der Arbeitswelt von heute und morgen Rechnung
tragen, damit Schulabgängerinnen und -abgängern eine möglichst
breite Palette von Wahlmöglichkeiten offen steht. Deshalb haben
wir den flächendeckenden Unterricht in einer Fremdsprache an
den Grundschulen ab der ersten Klasse bereits verwirklicht;
Baden-Württemberg wird das erste Land sein, in dem alle Schüler,
die einen Abschluss erwerben, mindestens neun Jahre in
Fremdsprachen ausgebildet sein werden.
Neben Sprachkenntnissen entscheiden vor allem gute Kenntnisse in
naturwissenschaftlich-technischen Fächern über die
Zukunftschancen junger Menschen. Diese sind wegen des
bestehenden Ingenieurmangels besonders gut. Im Zuge der
Weiterentwicklung der gymnasialen Bildungspläne haben wir auch
den naturwissenschaftlich-technischen Bereich mit einem
Profilfach gestärkt.
Die Technik muss den Menschen dienen. Das geht in einer
zunehmend technisierten Welt nur, wenn die Menschen die Technik
begreifen und verantwortungsvoll nutzen können. Unsere
Bildungspolitik trägt dazu bei.
Mit der Fortsetzung der »Medienoffensive Schule« wollen wir
erreichen, dass sich Schülerinnen und Schüler die notwendigen
Fähigkeiten und Kenntnisse im Umgang mit den modernen
Kommunikationsmitteln aneignen können. Junge Menschen sollen
die Neuen Medien beherrschen und nicht umgekehrt. Wir werden im
Rahmen der neuen »Zukunftsoffensive Junge Generation« in den
kommenden fünf Jahren die Mittel für die Neuen Medien an der
Schule ausweiten, die Lehreraus- und -fortbildung in diesem
Bereich verstärken und noch mehr in Inhalte, in Lernsoftware
investieren. Den Zugang der Schülerinnen und Schüler zu
modernen Computern und zum Internet wollen wir in Zusammenarbeit
mit den Schulträgern weiter verbessern, auch was die
Finanzierung anbelangt. Unser Ziel ist es, daß Baden-Württemberg
das erste Bundesland sein wird, in dem der Laptop für jeden Schüler
spätestens ab Klasse 9 eingeführt wird. Auch der verstärkten
Vermittlung von Grundkenntnissen wirtschaftlicher Zusammenhänge
wollen wir unsere Aufmerksamkeit widmen.
Den musisch-künstlerischen Unterricht werden wir weiterhin
gleichrangig behandeln und den Religionsunterricht an unseren
Schulen selbstverständlich beibehalten. Wir messen der
Zusammenarbeit der Schulen mit Vereinen, insbesondere Sport- und
Musikvereinen, hohe Bedeutung bei; wir wollen sie fortsetzen und
wo immer möglich und sinnvoll erweitern. Um den Sportunterricht
der Zeit anzupassen, beabsichtigen wir neue und somit aktuelle
Sportinhalte und –arten einzuführen. Hierbei sollen die Schüler
auch über biochemische Prozesse, Anatomie und gesunde
Bewegungsabläufe informiert werden, denn Ziel des
Sportunterrichts ist, die Gesundheit der Schüler zu fördern
und nicht zu schädigen. (Rückengymnastik, Kraft-Ausdauer,
Selbstverteidigung, Autogenes Training...). Ehrenamtliches
Engagement und soziale Kompetenz von Schülerinnen und Schülern
sollen in Schule und Ausbildung besonders gewürdigt werden. Wir
werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass an unseren Schulen
die grundlegenden Werte des menschlichen Zusammenlebens
vermittelt werden.
Informationen sind noch nicht Wissen, und Wissen ist noch nicht
Bildung. Es bedarf der Aneignung, Verarbeitung, Orientierung,
Bewertung, Erziehung. Deshalb brauchen wir weiter den Menschen,
den Einzelnen, der sich anstrengt, den Lehrer, den Ausbilder und
den Jugendleiter als Vorbild. Ihrer Leistung zollen wir Respekt.
Uns liegen alle Schularten gleichermaßen am Herzen. Wir spielen
keine Schulart gegen die andere aus, denn sie müssen zum Wohl
der Schülerinnen und Schüler zusammenarbeiten und flexible Übergänge
gewährleisten. Haupt- und Realschulen müssen jungen Menschen
die Grundlagen für gute Startchancen in die berufliche Bildung
vermitteln, Gymnasien die Basis für ein erfolgreiches Studium
legen. Ab dem Schuljahr 2004/2005 wird in Baden-Württemberg das
Abitur nach 12 Jahren abgelegt werden.
Wir halten fest am bewährten dualen System in der beruflichen
Bildung. Es soll in den kommenden Jahren noch attraktiver
gemacht werden. Dazu bedarf es der weiteren Entwicklung neuer
Berufsbilder und der qualitativen und finanziellen Aufwertung
des Berufsbildes des Berufsschullehrers, damit Auszubildende
ihre beruflichen Chancen in neuen Tätigkeitsfeldern wahrnehmen
können. Wir werden den Ausbau der Klassen im Bereich der
Informations- und Kommunikationstechnologie weiter fördern und
die Gewinnung der notwendigen Lehrkräfte vorantreiben. Wir
treten dafür ein, dass berufliche Abschlüsse künftig auch in
mehreren Stufen erreicht werden können. Mit den in Baden-Württemberg
eingesetzten Jugendberufshelfern tragen wir dazu bei, dass
vorwiegend praktisch begabte Schulabgängerinnen und -abgänger
einen besseren Zugang in den Arbeitsmarkt bekommen können.
Daran wollen wir festhalten. Wir lassen die Schwächeren und
Benachteiligten nicht hängen.
Moderne und leistungsfähige Hochschulen
Baden-Württemberg ist das Pionierland der Hochschulreformen.
Wir haben die bundesweit höchste Dichte an Hochschulen. Der
Leistungsstandard unserer Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen
Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen sowie Berufsakademien
ist anerkanntermaßen gut. Wir werden ihn weiter ausbauen, damit
Studentinnen und Studenten in Baden-Württemberg beste Chancen
auf den Arbeitsmärkten von morgen haben. Hierfür werden wir
einen Gutteil der Mittel aus der neuen ”Zukunftsoffensive
Junge Generation” einsetzen.
Wir befürworten im Interesse der Studierenden und Lehrenden den
Wettbewerb der Hochschulen und bereiten unsere Hochschulen
darauf vor. Mit neuen Leitungsstrukturen und mehr eigenen
Entscheidungsrechten haben wir unsere Hochschulen gestärkt. In
Zukunft wird es darauf ankommen, dass die Hochschulen ihre neuen
Möglichkeiten nutzen und darüber hinaus insbesondere ihre
finanziellen Mittel wirksam und sparsam einsetzen. Hierzu werden
wir die notwendigen Steuerungsinstrumente, bis hin zur kaufmännischen
Buchführung, einführen und erproben lassen. Mit
Zielvereinbarungen zwischen dem Land und den einzelnen
Hochschulen werden wir sicherstellen, dass die Studienangebote
regional und fächerbezogen ausgewogen sind und an den einzelnen
Hochschulen besondere wissenschaftliche Schwerpunkte geschaffen
werden.
Wir werden unsere Hochschulen weltweit noch besser bekannt
machen, um noch mehr hoch qualifizierte ausländische
Studentinnen und Studenten für ein Studium in Baden-Württemberg
zu gewinnen. Wir treten dafür ein, mehr Studentinnen und
Studenten aus Baden-Württemberg durch Stipendien einen
Studienaufenthalt im Ausland zu ermöglichen, damit sie sich zusätzliche
Qualifikationen und Chancen für eine lukrative Arbeitsstelle
erwerben können. Um den baden-württembergischen Schulabgängern
die Chancen auf einen Studienplatz im Ausland zu verbessern,
wird das Land auf freiwilliger Basis einen Standardtest (TOEFL
o.ä.) in allen Abschlussklassen an Gymnasien ermöglichen.
Wir bauen im Land eine Evaluierungsagentur auf, die den
Leistungsstand der einzelnen Hochschulen im Bereich der Lehre
ermittelt und Vergleiche möglich macht. Die damit geschaffene
Transparenz wird dazu führen, dass sich die Anstrengungen der
Hochschulen zur Verbesserung der Lehre und der Lehrbedingungen
verstärken werden. Wir fordern die anderen Länder auf, diesem
Beispiel zu folgen, damit ein bundesweiter Vergleich der
Leistungsfähigkeit der Hochschulen in der Lehre möglich wird.
Nicht nur die Leistungen der Studierenden, sondern auch die
Leistungen der Lehrenden verdienen eine Bewertung und sollen bei
deren Vergütung stärker berücksichtigt werden.
Die Einführung von Gebühren für Langzeitstudenten ab dem 14.
Semester hat zu einer spürbaren Entlastung der baden-württembergischen
Hochschulen geführt. So ging die Zahl der Studierenden im 14.
und höheren Hochschulsemester zwischen Wintersemester 1997/87
und 1999/00 von 34.200 auf knapp 21.000 zurück (- 39%).
Besonders stark war der Rückgang an den Universitäten (-42%).
Im Interesse der nachkommenden Bewerberinnen und Bewerber um
einen Studienplatz halten wir an den Langzeitstudiengebühren
fest. Die bestehenden „Freischuss“-Regelungen wollen wir
ausweiten, damit noch mehr Studentinnen und Studenten die Möglichkeit
haben, ihr Studium schnell abzuschließen und ohne prüfzeitenbedingte
Verzögerungen in das Erwerbsleben einzutreten. Allgemeines Ziel
muss es sein, dass ein Studium in der Regel im Alter von 25
Jahren abgeschlossen ist.
Unser seit langen Jahren verfolgtes Konzept, die Angebote der
Hochschulen stärker auf die Notwendigkeiten des Arbeitsmarkts
und damit die Berufs-, Einkommens- und Lebenschancen der
Studierenden hin zu orientieren, hat sich als richtig erwiesen.
Wir werden auch in Zukunft daran festhalten. Ein Schwerpunkt
werden dabei die Bereiche Informatik und Neue Medien sein. Mit
einem 222-Millionen-Programm werden wir ausgehend von einem
schon hohen Niveau und in kürzester Zeit über 40 Prozent mehr
Plätze für Studienanfänger im IT-Bereich an unseren
Hochschulen und Berufsakademien schaffen. Das Programm Virtuelle
Hochschule mit seinen multimediagestützten Ausbildungsformen
werden wir weiterführen und Zug um Zug in den verschiedenen
Ausbildungsbereichen und Studiengängen verankern.
Die in den kommenden Jahren noch zunehmenden Schülerzahlen
werden mittelfristig auch zu einer höheren Zahl an
Bewerberinnen und Bewerbern um einen Studienplatz führen.
Deshalb ist eine vorausschauende Politik notwendig, die sich auf
diese Gegebenheit einstellt. Wir werden alle Anstrengungen
unternehmen, um den Studentinnen und Studenten der Zukunft sowie
auch dem Lehrpersonal an unseren Hochschulen attraktive
Bedingungen für Studium, Forschung und Lehre zu gewährleisten.
Wir werden die Hochschulen diesem Ziel gemäß weiter ausbauen. |
| (Auszug aus:
„Erfolgskurs Süd. Regierungsprogramm 2001-2006“.
Beschlossen vom 42. Landesparteitag am 27. Januar 2001 in
Mannheim) |
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