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Seit
Mai 2008 ist die berufserfahrene Hebamme Claudia Müller, die sich
derzeit in der Weiterqualifizierung zur Familienhebamme befindet,
beim Landratsamt Karlsruhe tätig. Sie ist Mitglied des Teams
„Frühe Hilfen“. Hierbei handelt es sich um einen präventiv tätigen
und multiprofessionellen Spezialdienst des Landratsamtes. Neben
vier Sozialpädagoginnen des Jugendamtes wirken hier auch die
Hebamme sowie Kinderärzte des Gesundheitsamtes mit. Mit den „Frühen
Hilfen“ verbindet der Landkreis Karlsruhe das Ziel, Schwangere
und Eltern oder Alleinerziehende mit Säuglingen und Kleinkindern
in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen.
Werner
Raab, MdL, Mitglied des Sozialausschusses im Landtag und Mitglied
des Kreistages informierte sich vor Ort über die Erfahrungen der
Familienhebamme des Landkreises Karlsruhe. Ein besonderes Anliegen
war ihm dabei zu erfahren, wie das Programm zur Förderung der
Ausbildung und des Einsatzes von Familienhebammen ankommt, das er
auf Landesebene mitentwickelt hat.
Gerade
Hebammen sind in der Lage, so das Ergebnis des Austausches, rasch
Zugang zur Schwangeren zu finden sowie der späteren Mutter und
dem Kind in dieser kritischen Lebensphase seelische und körperliche
Ausgeglichenheit zu vermitteln. Ihre spezielle Ausbildung ermöglicht
es der Familienhebamme, Mütter in Bezug auf einen feinfühligen
Umgang mit den Kindern ganz individuell zu beraten, Störungen in
der Mutter-Kind-Beziehung zu erkennen und auf eine gelingende
Beziehung als Basis für die gute Entwicklung des Kindes
hinzuwirken.
„Die
Erfahrungen mit der Hebamme im Landkreis Karlsruhe belegen, dass
die frühe Kontaktaufnahme zu Eltern bereits in der Geburtsklinik,
dem Frauenarzt oder der Schwangerenberatungsstelle eine wichtige
Unterstützung für Familien in schwierigen Lebenssituationen
darstellt und auch sehr gut angenommen wird“ so Dr. Peter
Friebel, Leiter des Gesundheitsamtes im Landratsamt. Sehr
belastende Situationen können
beispielsweise bei sogenannten „Schreibabys“, bei
Kindern mit Behinderung oder Entwicklungsstörungen, bei
Erziehungsproblemen, gesundheitlicher Beeinträchtigung der Eltern
oder sozialer Isolation der Familien entstehen. Die
Familienhebamme stellt über ihre professionelle Arbeit Vertrauen
her, berät und vermittelt weitergehende Hilfen. Zugleich kann sie
eine für die Gesundheit des Kindes bedrohliche Entwicklung frühzeitig
erkennen.
Einigkeit
bestand auch darin, dass Familienhebammen aufgrund der teilweise
sehr schwierigen Lebensumstände, mit denen sie im Rahmen ihrer
Arbeit in den Familien konfrontiert werden, eingebettet sein müssen
in ein multiprofessionelles Team von in der Jugendhilfe erfahrenen
Sozialpädagogen, Kinderärzten, Psychologen u. a. .
Der
Landkreis Karlsruhe entwickelt zur Zeit. seine Konzeption „Frühe
Hilfen“ weiter, um insbesondere eine bessere Vernetzung aller
Akteure und Fachkräfte im Gesundheitssystem und in der Familien-
und Jugendhilfe zu ereichen. Gerade um die Familien, die Hilfe
auch tatsächlich benötigen zu erreichen,
bedarf es des Ausbaus eines flächendeckenden Angebotes.
Der Ettlinger Landtagsabgeordnete sagte hierzu seine volle
Unterstützung zu.
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