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In der zweiten
Tranche des Projekts „Schulreifes Kind“ sind für das Schul- und
Kindergartenjahr 2007/08 fünf neue Modellstandorte im Wahlkreis
Ettlingen in das Förderprogramm aufgenommen worden, wie der
Ettlinger Landtagsabgeordnete Werner Raab mitteilt.
Es handelt sich um
folgende Standorte:
Schillerschule und
Kinderhaus St. Elisabeth in Ettlingen,
Johann-Ruprecht-Grundschule und Kindergarten St. Elisabeth,
Rheinstetten
Pestalozzi-Grundschule und Katholischer Kindergarten St. Theresia,
Rheinstetten
Grundschule
Mutschelbach und Evangelischer Kindergarten, Karlsbad
Grundschule
Spielberg und Katholische Tageseinrichtung für Kinder St.
Elisabeth, Karlsbad
Raab bezeichnete das Projekt "Schulreifes
Kind" als Schlüsselvorhaben der Landesregierung im Bereich der
frühkindlichen Förderung. Es setzt dort an, wo der Förderbedarf
eines Kindes über die Möglichkeiten des neuen Orientierungsplans
für Kindergärten hinausgeht. Entwicklungsverzögerungen sollen
somit frühzeitig erkannt und durch gezielte Fördermaßnahmen
ausgeglichen werden. „Die Rückstellung vom Schulbesuch verletzt
Kinder in ihrem Selbstwertgefühl und lähmt ihre Motivation. Wir
müssen dafür sorgen, dass für Kinder der Bildungsort Schule von
Beginn an mit positiven Gefühlen besetzt ist. Unser Ziel ist es,
dass alle Kinder einen guten Start in die Schule erhalten",
betonte Raab. Er sieht in dem Projekt auch ein Mittel, um die
Bildungschancen von Migrantenkindern deutlich zu verbessern und
damit erfolgreiche Integrationsarbeit zu leisten.
Das Förderverfahren beginnt 24 bis 15 Monate vor der
Einschulung. In diesem Zeitraum legen die Erzieherinnen und
Erzieher fest, ob ein Förderbedarf besteht oder nicht. Grundlage
der Diagnostik bildet der Orientierungsplan für Kindergärten mit
seinen Bildungs- und Entwicklungsfeldern. Eine weitere Möglichkeit
in der Erprobungsphase ist die Koppelung des Projekts mit der vom
Sozialministerium neu konzipierten Einschulungsuntersuchung, die
in zehn Landkreisen modellhaft erprobt wird. Die Teilnahme an der
Untersuchung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst ist
freiwillig. Bestandteil dieser Untersuchung ist ein Sprachtest
sowie ein Seh- und Hörtest. Herangezogen werden auch der Impfpass
sowie die Entwicklungsdokumentation des Kindergartens.
„In allen Fällen wird der Förderbedarf einem bei den
Landratsämtern angesiedelten „Runden Tisch“ gemeldet, an dem
Schule, Kindergarten, Gesundheitsamt, Frühförderstelle und die
betroffenen Eltern über das konkrete Förderangebot für das
jeweilige Kind beraten und entscheiden“, so Raab. Zu den möglichen
Maßnahmen zählten beispielsweise Sprachförderung, Schulung der
Feinmotorik oder auch Übungen zur Förderung der
Konzentrationsfähigkeit. Für den Einsatz der pädagogischen
Fachkräfte erhalten die Landratsämter einen Stundenpool
zugewiesen, dessen Umfang vom Förderbedarf und der Anzahl der
Gruppen abhängt. Die Förderung kann in der Grundschule oder im
Kindergarten, durch Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher oder in
Zusammenarbeit beider pädagogischer Fachkräfte erfolgen, der
Förderumfang variiert von sechs bis höchstens 18 Wochenstunden.
Insgesamt stehen im Endausbau 45 Millionen Euro an Landesmitteln
zur Verfügung.
Landesweit werden im Herbst 195 weitere Modellstandorte mit 434
Kindergärten und 204 Grundschulen in das Projekt "Schulreifes
Kind" aufgenommen. Damit steigt die Zahl der Modellstandorte zum
neuen Schul- bzw. Kindergartenjahr 2007/08 auf insgesamt 245 mit
insgesamt 857 Einrichtungen, davon 592 Kindergärten und 265
Schulen. Das Projekt startete im September 2006 mit 50
Modellstandorten und insgesamt 219 Einrichtungen, davon 158
Kindergärten und 61 Grundschulen.
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