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„Nichtraucherschutz ist eine
gesellschaftspolitische Forderung, die man nicht ignorieren darf“,
unterstrich der Landtagsabgeordnete Werner Raab anlässlich eines
Fachgesprächs mit Hans-Christoph Bruß, Geschäftsführer des Hotel-
und Gaststättenverbands (DEHOGA) Karlsruhe und Klaus Hettel,
Ortsvorsitzender der DEHOGA Ettlingen und Inhaber des Hotels
Watthalden und der Brasserie Watts.
Gleichzeitig müssten aber auch die Belange
des Hotel- und Gaststättengewerbes ernst genommen werden, so der
Abgeordnete.
Insbesondere in Restaurants und
Speisegaststätten befürchten die Gastronomen Einbußen.
Andererseits können durch Einrichtung von Nichtraucherbereichen
solche Kunden zurück gewonnen werden, die sich durch das
Passivrauchen belästigt fühlen und gesundheitliche Probleme damit
haben.
„Der Nichtraucherschutz liegt in der
Gastronomie im allgemeinen Trend“, stellte Raab fest. Immer mehr
Gäste verlangten zumindest raucharme Luft im Lokal. Bei der
Organisation der einzelnen Gaststätten komme es auf
Fingerspitzengefühl und die Bereitschaft zum Interessenausgleich
an.
„Gerade kleinere, Getränke-orientierte
Geschäfte befürchten wirtschaftliche Verluste“, informierte Bruß.
Dort, wo Getränkekonsum und Geselligkeit im Vordergrund stehen,
sei der Anteil der Raucher unter den Gästen deutlich höher als in
Speisebetrieben.
Daher fordere der Hotel- und
Gaststättenverband freiwillige Lösungen und habe eine
Selbstverpflichtung übernommen, erläuterten die Vertreter des
DEHOGA. Danach halten derzeit 30 Prozent aller Speiselokale
mindestens ein Drittel ihrer Plätze für Nichtraucher bereit. Schon
2007 soll die Anzahl der sich verpflichtenden Speiselokale doppelt
so hoch sein und der Anteil von Nichtraucherplätzen auf 40 Prozent
steigen. Ab März 2008 sollen nach dem ehrgeizigen Stufenplan 90
Prozent aller Speiselokale mindestens die Hälfte ihrer Plätze für
Nichtraucher bereithalten. Dies gilt für alle Gaststätten mit mehr
als 40 Sitzplätzen.
MdL Werner Raab, der im Vorfeld der
Landtagsberatungen das Gespräch mit der Dehoga suchte, begrüßte
diese freiwillige Zielvereinbarung und wird sie in die
parlamentarische Beratung im Sozialausschuss, dessen Mitglied er
ist, einbringen. Auch der Wirtschaftsausschuss des Landtags wird
ein Votum abgeben. Mit der Gesetzesberatung wird noch in diesem
Jahr gerechnet.
Schwieriger wird es bei „der kleinen Kneipe an der Ecke“. Dort
wird rein baulich die Trennung von Nichtrauchern und Rauchern
nicht zu realisieren sein. Werner Raab ist davon überzeugt, dass
sich auch hier rauchfreie Kneipen entwickeln werden und sieht
einen klaren Trend in diese Richtung. Daher befürwortet er eine
Übergangsfrist, bevor ein absolutes Rauchverbot in allen
gastronomischen Betrieben gesetzlich eingeführt wird. |