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Abu Dhabi
(jf) Wer nach einem rund 6,5 h Flug in Abu Dhabi landet, bemerkt rasch,
dass während des Ramadan (in diesem Jahr von Anfang Oktober bis Anfang
November) in Abu Dhabi die Uhren anders schlagen als im vertrauten
Deutschland. Als größtes und reichstes der sieben Emirate, die die
Vereinigten Arabischen Emirate bilden, ist Abu Dhabi zugleich auch eines
der religiösesten Emirate, was sich natürlich insbesondere während des
Fastenmonats zeigt.
Aus
einem winzigen Nest mit einem Fort und einfachen Palmholzhütten
entwickelte sich Abu Dhabi mit dem Ölboom seit den 60er Jahren des
letzten Jahrhunderts in rasendem Tempo zu einem glanzvollen Zeugnis des
neuen Reichtums, zu einer modernen, weitläufig angelegten Metropole,
deren beeindruckende Skyline aus bis zu vierzigstöckigen,
spiegelverglasten Hochhäusern sich nicht hinter Dubai verstecken muss.
Wer erfahren will, wie die Bewohner dieser ursprünglich flachen
Sandinsel, die man mit dem Festland durch Brücken verband, früher
lebten, dem werden im "Heritage Village"
Vergangenheit und dramatischer Wandel anschaulich vermittelt.
Doch natürlich bietet Abu Dhabi noch weit mehr. Abu Dhabi, zugleich
Hauptstadt der Arabischen Emirate und mit rund 1,4 Mio. Einwohnern
größte Stadt des Landes (vor Duabi), ist zugleich ein Emirat, das dem
Besucher von Strand über Shoppen bis hin zur Wüstentour Vieles bietet.
Während man dem benachbarten Dubai beim Wachsen förmlich zusehen kann,
achtet Abu Dhabi auf die Bewahrung seiner Geschichte und setzt nicht
bedingungslos auf Fortschritt. Die Shoppingmalls in Abu Dhabi sind zwar
etwas kleiner und nicht so zahlreich wie im so genannten
Shoppingparadies Dubai, bringen aber trotzdem jedes Frauenherz zum
glühen. Während des Ramadan öffnen die meisten Geschäfte erst nach
Sonnenuntergang um und haben bis etwa 1 Uhr früh geöffnet. Außerhalb des
Ramadan schließen sie für gewöhnlich gegen 22 Uhr. Einer langen und
ausgedehnten Einkaufsnacht steht somit Nichts im Wege. Während des
Tages, also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, haben die meisten
Geschäfte und Restaurants geschlossen und nur eine handvoll Supermärkte,
zumeist in einer der großen Einkaufsmalls, bieten die Möglichkeit, Essen
und Trinken zu kaufen. Allerdings darf während des Ramadan beides nicht
in der Öffentlichkeit zu sich genommen werden.
Die beiden größten Malls, die Abu Dhabi Mall und die Marina Mall,
befinden sich zum einen im Norden und zum anderen im Süden der
Millionenstadt. Die Marina Mall liegt auf einer vorgelagerten,
künstlichen Insel, nur unweit des neues 7 Sterne Hotels Emirates Palace
entfernt, das in diesen Tagen offiziell eingeweiht wird und dem Burj al
Arab die Monopolstellung des einzigen 7 Sterne Hotels der Welt nahm. Die
Baukosten des zur deutschen Kempinski Gruppe gehörenden Palastes
betragen geschätzte 3 Mrd. Euro. Dafür ist in diesem Hotel alles Gold
was glänzt und jeder Besucher darf sich wie in 1001 Nacht fühlen.
Das
Emirates ist auch das Hotel, das den größten Hotelstrand Abu Dhabis
bietet. Die anderen Hotels entlang der „Uferpromenade“, der Corniche,
haben mit Ausnahme des Hiltons, das einen sehr schönen Beachclub
besitzt, nur sehr kleine Strände. Allerdings sollte auch kein Urlauber
Strände wie in der Karibik erwarten. Zum reinen Strandurlaub ist Abu
Dhabi nicht geeignet. Es bietet dafür aber einen schönen Mix aus Stadt-
und Strandurlaub und das zu einem vernünftigen Preis. Zumal die
Lebenshaltungskosten vor Ort deutlich günstiger als in Deutschland sind.
Doch die größten Attraktionen des Emirats liegen weit außerhalb der
Stadt. Dazu zählt ein Ausflug zu den Liwa-Oasen, einer der größten
natürlichen Oasenlandschaften der arabischen Halbinsel, traditionelles
Siedlungsgebiet des Beduinenstamms der Bani Yas. Seine Fruchtbarkeit
bezieht es aus dem bis nahe an die Oberfläche tretenden Grundwasser.
Sanddünenfelder, die Höhen von über 100 m erreichen, umgeben die Oase
und laden zu abenteuerlichen Kameltouren ein und wohlorganisierte
Campinglager versprechen hautnahes Wüstenerlebnis. Die Oase Al-Ain ist
ein anderer Höhepunkt. Sie liegt im Osten des Emirats, an der Grenze zu
Oman. Zu Recht nennt man die fruchtbarste Region des Landes und einst
bedeutenden Karawanenstützpunkt an der Route nach Oman "Gartenstadt".
Auch wenn das traditionelle Bewässerungssystem schon lange nicht mehr
ausreicht und Süßwasser aus küstennahen Meerwasserentsalzungsanlagen in
die langsam austrocknende Oase geleitet werden muss, gedeihen hier
Zehntausende von Dattelpalmen, arbeiten erfolgreich Versuchsfarmen, gibt
es Parks und Gärten. Und der Ort boomt. Ein Ausfahrt zu den Oasen
mitsamt einer Jeeptour über die Dünen bewegt sich inklusive einem BBQ
unter klarem Sternenhimmel bei etwa 50 EUR pro Person. Sämtliche
Ausflüge finden während des Ramadan uneingeschränkt statt.
Abu Dhabi während des Ramadan- eine sehr eindrucksvolle Möglichkeit, um
dem deutschen Wetter zu entfliehen und auch im Oktober Temperaturen
jenseits der 35 Grad zu genießen. Wer sich den Sitten und Regeln bewusst
ist, genießt hier einen Urlaub, der Strand, Kultur und Shoppen bietet.
Noch gilt Abu Dhabi als kleiner Geheimtipp- doch bestimmt nicht mehr
lange.
Flüge nach Abu Dhabi
Zu empfehlen ist die Anreise mit Etihad, der nationalen Fluglinie der
Vereinigten Arabischen Emirate. Etihad bietet als einzige
Fluggesellschaft Direktflüge von Deutschland nach Abu Dhabi. Die Flüge
(6,5 H) starten täglich ab Frankfurt und 3 x wöchentlich von München
nach Abu Dhabi. Eingesetzt werden moderne Airbus und Boeing und die
Ausstattung an Bord ist durch ein ausgeklügeltes
Inbordentertainmentsystem vorbildlich. Flüge sind ab 295 EUR zzgl.
Steuern und Gebühren erhältlich. Informationen auch unter
www.etihadairways.com. Etihad beschäftigt viele europäische Piloten, die
eine gute Ausbildung besitzen. Die Fluglinie wurde 2003 gegründet und
ist eine der am schnellst wachsenden Fluggesellschaften weltweit.
Link:
www.etihadairways.com
(01.11.2005)
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