Wahlprogramm der Jungen Liste Stutensee e.V.

Umwelt und Lebensqualität in Stutensee

 

Eine intakte Natur und eine bessere Lebensqualität - dass dies zwei identische Begriffe sind, wird im jetzigen Gemeinderat und in der Rathausverwaltung leider allzu oft vergessen.

Denn artenreiche Auenwälder, ausgedehnte Wiesenflächen und die selten gewordenen Trockenbiotope dienen nicht nur zahlreichen Tier- und Pflanzenarten als Lebensräume, sondern sind auch für das Wohlbefinden der Menschen von entscheidender Bedeutung.

Es ist nämlich kein Zufall, dass ausgerechnet in dicht besiedelten Ballungsräumen die Lebenserwartung deutlich niedriger ist und die Zahl der Allergien und Todesfälle durch Krebs weit über dem Durchschnitt liegt.

Wir in Stutensee haben im Moment noch das Glück, von einem Grüngürtel umgeben zu sein, der uns zum größten Teil unsere Schadstoffe aus der Luft filtert und in dem wir Ruhe und Erholung finden können.

Doch das Unheil droht - bereits getroffene oder noch geplante Gemeinderatsbeschlüsse zerstören unsere Natur  und bieten Anlass zur Sorge.

Hier seien die wichtigsten Biotope Stutensees genannt:

 

Pfinz-Heglach-Aue

Diese Auenlandschaft zieht sich wie ein Schlauch durch das Stutenseer Stadtgebiet. Hier finden beispielsweise noch  folgende Rot-Liste-Tierarten einen Lebensraum: Rebhuhn, Grünspecht, Kleinspecht, Eisvogel, Rotmilian, Schleiereule, Fitits, etc.

Streuobstbestände, bunte Wiesen, Schilfgürtel und Heckenzüge variieren miteinander zu einer bezaubernden Landschaft. Viele Kommunalpolitiker in Stutensee haben diese Reize jedoch nicht erkannt oder sind nicht in der Lage dazu. Deshalb fordert die JLS:

-      umfassende Ausgleichsmaßnahmen für schon erfolgte Eingriffe, wie z.B. die Extensivierung von Ackerland oder das Anlegen von Feuchtwiesen

-       die Neuregulierung des Wasserlaufes der Pfinz-Heglach zwischen Blankenloch und Staffort zur Hochwasserprävention muss sowohl unter ökonomischen, als auch unter ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll gestaltet werden

Gemeindewald Stutensee

Der Mensch hat durch die intensive Bewirtschaftung des Waldes Strukturen geschaffen, die der heimischen Tier- und Pflanzenwelt das Überleben erschweren. Auch im Stutenseer Gemeindewald dominieren teilweise Monokulturen aus Ahorn, Hybridpappel oder Kiefer. Diese Baumarten sind nicht heimisch und lassen nur geringe Artenvielfalt zu.

Glücklicherweise besitzen wir in Stutensee  einige wenige wertvolle Mischwaldreste, wo man noch 200-jährige Eichen, daneben alte Buchen, Eschen und Erlen finden kann. Diese wenigen alten Altholzinseln werden jedoch in den nächsten Jahren hiebreif.

Deshalb fordert die JLS:

-  sofortige Ausweisung wertvoller Altholzbestände als Bannwald (= Wald ohne jegliche forstliche Nutzung), schutzwürdige Bestände sind beispielsweise der Eichenwald am Safforter Baggersee oder Büchiger Hardt.

-  Vermeidung von Kahlhieben im Stutenseer Gemeindewald

-  beim Bepflanzen von Gemeindeanlagen müssen heimische Pflanzen verwendet werden

Biotopvernetzung Stutensee

Dies ist sicher im Sinne der JLS, jedoch wird das Wort “Biotopvernetzung” leider allzu oft von der Gemeindeverwaltung und anderen Parteien als Alibi missbraucht, um besorgte Naturschützer zu beruhigen.

Tatsache ist aber, dass in nächster Zeit im Gemeindehaushalt gar kein Geld für solche Maßnahmen vorhanden ist. Zudem erscheint es jedem normal denkenden Menschen sicherlich als unsinnig, Maßnahmen im Naturschutz zu unternehmen, wenn gleichzeitig an anderer Stelle großflächige Biotope zerstört werden. Die Pflanzung neuer Hecken oder Gehölze wird erst dann sinnvoll, wenn sie zur Verbesserung oder Erschließung von Biotopen durchgeführt wird.

 

 

Neuerschließung von Wohn- und Gewerbegebieten

Vor der Ausweisung neuer Baugebiete sollten vorhandene Baulücken im Innenbereich soweit wie möglich geschlossen werden. Auch das Instrument des so genannten “Baugebots” darf hier nicht mehr von vornherein ausgeschlossen werden. Des weiteren wird die Junge Liste Stutensee beim Straßenbau in Zukunft das Prinzip ”Ausbau vor Neubau” gelten.

 

Aktiver Umweltschutz

”Umweltschutz geht jeden an”. Gerade wir als junge Generation sind auf einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt dringend angewiesen. Folglich sind wir in Stutensee aufgefordert, alles für den Erhalt unserer Umwelt zu tun. Während die Bürger hier sicherlich durch Mülltrennung, Wasser- und Energieeinsparung, Nutzung des ÖPNV, etc. die Hauptlast zu tragen haben, muss auch die Stadt hier ihren Beitrag bringen.

Bei Sanierungen und Neubauten von gemeindeeigenen Gebäuden ist auf die Verwendung ökologischer Baustoffe zu achten. Energieeinsparung muss ebenfalls hohe Priorität genießen. Bei der Ausweisung von Neubaugebieten oder der Planung sonstiger Bauvorhaben ist auf einen möglichst schonenden Umgang mit der Natur zu achten. Grundsätzlich begrüßen wir den Bau von s.g. ”ökologischen Mustersiedlungen”, Hanfhäusern, Minimalenergiehäusern, etc. Jedoch nicht nur bei den Gebäuden selbst ,sondern auch bei der Auswahl der Standorte derselben muss die Ökologie Vorrang vor der Ökonomie haben.

Die weitere Ansiedlung von im Umweltschutz tätigen Unternehmen ist ein Ziel der JLS.

Stutensee soll auch im Naturschutz wieder richtungsweisend für andere Kommunen sein.

 

Jugend, Familie, Soziales

 

Die Zukunft einer Gesellschaft misst sich an der Situation ihrer Jugend. Zukunftssicherung für Stutensee bedeutet deshalb die Schaffung von Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Entfaltung der jungen Generation. Dazu gehört neben der Sicherstellung der sozialen Jugendinfrastruktur auch die glaubhafte Vermittlung bzw. das Vorleben von Wertvorstellungen. Jugendliche dürfen in wirtschaftlich mageren Zeiten nicht vergessen werden, sondern müssen immer ernst genommen werden. Das Gefühl des                                   “Alleingelassenwerdens” oder ins Abseits gedrängt zu werden, heizt die Probleme der Jugendlichen nur noch mehr an.

Wir brauchen auch in Zukunft ein qualifiziertes Netz an sozialen Hilfen in Stutensee. Permanent sollte ein intensiver Dialog zwischen Politik, Verwaltung und den Wohlfahrtsverbänden stattfinden. Ferner müssen die haupt- und ehrenamtlichen Engagements der Bürgerinnen und Bürger in Stutensee auf dem Feld der sozialen Hilfe stärker gewürdigt werden.

 

Für ein kinder- und jugendfreundliches Stutensee

Stutensee soll weiter eine kinder- und jugendfreundliche Stadt bleiben. Die ausreichende Versorgung mit altersgerechten und interessanten Spielplätzen, sicheren Schulwegen und flexiblen Kinderbetreuungseinrichtungen ist für die Zukunft zu sichern. Wir setzen uns für den Ausbau von Kindertagesstätten entsprechend der Nachfrage ein. Hierbei ist zu prüfen, inwieweit man die Kinder in altersgemischte Gruppen in den Kindergärten integrieren kann. Des weitern setzt sich die JLS für sichere Schulwege in Stutensee ein. Unter anderem fordern wir eine sinnvolle Beleuchtung entlang eines Radweges zwischen Büchig und Blankenloch.

 

Jugendarbeit und Jugendzentren

Kirchen, Vereine und Verbände leisten Vorbildliches im Bereich der Jugendarbeit. Hierbei sind sie nach Möglichkeit zu unterstützen. Auch ist es uns wichtig, maßgeschneiderte Angebote der Offenen Jugendarbeit bereitzuhalten. Spätestens nach der Inbetriebnahme der Stadtbahn in den nördlichen Ortsteilen ist jedoch zu prüfen, wie man die verschiedenen Jugendtreffs in den einzelnen Ortsteilen besser vernetzen kann. Schließlich sollen die Jugendzentren von allen Jugendlichen in Stutensee gleichermaßen genutzt werden können.

Da das Ferienspaßangebot unserer Gemeinde in den vergangenen Jahre sehr stark von Kindern und Jugendlichen angenommen worden ist, muss der Etat wieder erhöht, und darf nicht, wie in den vergangenen Jahren, drastisch gekürzt werden.

 

Familien

Familiengerechte Freizeitangebote sind weiter durch die Stadt zu fördern. Neben den starken Vereinen kann die Stadt ergänzend, beispielsweise durch die Fortführung des Betriebs beider Schwimmbäder, tätig werden.

Die Information über Ehe- Familien- und Schwangerschaftsberatungsstellen muss verbessert werden. Erziehungsberatungsstellen haben wochenlange Wartezeiten. Deshalb sollte ein umfassendes Angebot an Elternweiterbildung und Erziehungshilfen (z.B. im Rahmen der Volkshochschulen) errichtet werden. Außerdem setzt sich die JLS dafür ein, dass eine der Bedürfnisse der Familien entsprechende Förderung der Kindergärten auch in Zukunft erfolgt.

 

Senioren

Unsere älteren Mitbürger haben entscheidend zur heutigen Situation in Stutensee beigetragen. Sie sollen deshalb auch im Alter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ihren reichen Erfahrungsschatz einbringen. Angebote wie die Seniorenfahrt der Stadt Stutensee sind deshalb unter Federführung von Vereinen und mit Hilfe der Stadt zu erweitern. Auch die Sozialstation soll in Zukunft bei ihrer hervorragenden Arbeit unterstützt werden.

Die Errichtung weiterer Alten- und Pflegeheime wird von der JLS unterstützt und soll vorrangig Stutenseer Bürgern zur Verfügung gestellt werden, damit diese ihren Lebensabend in gewohnter Umgebung verbringen können. Außerdem begrüßt die JLS den Ausbau der Altenpflege durch das zukünftige Angebot des „Betreuten Wohnens“. Wir jungen Mitbürger wollen ein Miteinander und kein Gegeneinander der Generationen.

 

Behinderte

bedürfen besonderer Aufmerksamkeit und Zuwendung durch alle Mitbürger. Unsere dörfliche Struktur erleichtert ihre Integration. Zahlreiche Behinderte sind beispielsweise in unseren Vereinen aktiv. Es ist weiter unsere Pflicht, öffentliche Wege und Plätze so zu gestalten, dass den Anforderungen der Rollstuhlfahrer, Gehbehinderten und Blinden Rechnung getragen wird.

 

Nachbarschaft

Die gute Lebensqualität in Stutensee hat sicherlich auch damit zu tun, dass Nachbarschaft bei uns noch ein Begriff ist. Gerade ältere und alleinstehende Menschen fühlen sich wohler, wenn sie in das Leben um sie herum eingebunden sind. Auch auf die Entwicklung unserer Jüngsten hat dies zweifelsohne positive Auswirkungen. Dies ist ein entscheidender Vorteil Stutensees gegenüber Großstädten. Die Zerstörung von nachbarschaftlichen Beziehungen beispielsweise durch den Bau von Wohnsilos lehnen wir deshalb ab.

 

Wohnungsangebot

Bezahlbare, familiengerechte Wohnungen sind wichtig für die weitere positive Entwicklung Stutensees. Hierbei ist zu prüfen, ob Förderprogramme des Landes verstärkt in Anspruch genommen werden können.

 

Schulen

Die Schulen in Stutensee sollen mehr sein als reine Lernfabriken. Miteinander lernen und miteinander leben stellen eine Einheit dar. Deshalb rufen wir die Eltern zur engagierten Mitarbeit auf. Die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen ist zu intensivieren. Zusätzlich könnten sie beispielsweise neue Sportarten oder sonstige Dinge anbieten, die es bisher nicht in Stutensee gibt.

Zukünftige Schulhauserweiterungen sind so zu gestalten, dass sie über den reinen Unterricht hinaus verstärkt auch für andere gemeinschaftliche Zwecke genutzt werden könnten. Auf Funktionalität muss in Zukunft ebenfalls besonders geachtet werden.

Die materielle Ausstattung der Schulen ist auf ihrem derzeitigen Niveau beizubehalten. Die Errichtung einer Mensa im Schulzentrum erachten wir als sinnvoll.

 

Kultur- und Freizeitprogramm

Stutensee ist geprägt von seiner großen Bandbreite möglicher Freizeitaktivitäten. Kirchen, Vereine, Sportstätten, Heimatvereine, Bibliotheken, Musik- und Volkshochschulen leisten hier hervorragende Arbeit. Eine bessere Kooperation und Finanzierung der zahlreichen gut angenommenen Bibliotheken ist erstrebenswert.

Aufgrund der immer knapper werdenden öffentlichen Mittel treten wir deshalb für eine verstärkte Partnerschaft von Stadt und Wirtschaft bei der finanziellen Unterstützung der zahlreichen Freizeiteinrichtungen ein.

Gleichzeitig muss die Vereinsförderung auf dem bisherigen Niveau beibehalten werden. Der Kulturhaushalt sollte im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten aufgestockt werden, um die Attraktivität des Kulturprogramms der Stadt weiter zu steigern.

 

Schwimmbäder in Stutensee

Auf Grund der angespannten Finanzlage der Stadt  ist im Rahmen von Einsparmöglichkeiten über eine Schließung des Spöcker Schwimmbades nachzudenken. Sollte es zu einer Schließung kommen, wäre ein Schwimmbad&Bahn&Bus-Kombiticket für die Einwohner Stutensees wünschenswert.

Auch in Zukunft müssen für Vereine und Schulen ausreichend Kapazitäten in den örtlichen Schwimmbädern vorgehalten werden.

 

 

Sportanlagen

Die zügige Fertigstellung der bereits seit den 70er Jahren geplanten und versprochenen Kampfbahn Typ C ist innerhalb der nächsten Wahlperiode endgültig in Angriff zu nehmen.

 

 

Verwaltung und Finanzen

 

Rathaus

Nachdem auf unsere Initiative hin bereits ein zweiter ”Bürgertag” eingeführt worden ist und sich großer Resonanz erfreut, gehen wir davon aus, dass die derzeitigen Rathausöffnungszeiten den Bedürfnissen der Bevölkerung weitgehend entsprechen. Die “Bürgerbüros” sind entsprechend den Anforderungen der Bevölkerung weiter auszubauen und ggf. mit weiteren Kompetenzen auszustatten.

Grundsätzlich unterstützen wir die Verwaltung bei ihrem Bestreben, den Anforderungen der Bevölkerung und der Wirtschaft noch besser als bisher gerecht zu werden.

Eine erneute Erweiterung des Rathauses erachten wir auf absehbare Zeit nicht als nötig.

Personal

Mittlerweile sind wir große Kreisstadt. Das bedeutet mehr Verantwortung aber auch mehr Verwaltung. Nach Meinung der JLS ist dafür in den letzten Jahren ausreichend Personal eingestellt worden. Zur Anerkennung der bereits hohen Motivation der Mitarbeiter setzen wir uns für eine verstärkt leistungsbezogene Vergütung ein.

Grundsätzlich muss die Straffung von Verwaltungsabläufen Vorrang vor der Einstellung neuen Personals haben.

Haushaltspolitik

Zu einer gesunden wirtschaftlichen Situation gehört eine solide Haushaltspolitik, die auch die Bedürfnisse der nächsten Generationen nicht aus den Augen verliert. Mit den Steuergeldern der Bürgerinnen und Bürger muss sorgsam umgegangen werden. Deshalb sind alle größeren Projekte daraufhin zu prüfen, ob es sich um sinnvolle Investitionen handelt oder ob es eine ähnliche Einrichtung bereits in einem Stadtteil gibt und man diese auch für die gesamte Kommune verwenden kann. Ein Großteil unserer Verschuldung liegt in solchen “Mehrfachinvestitionen” begründet. Folglich lässt sich hier ein großes Sparpotential ableiten, mit dem sich auch ein Teil unserer Forderungen, die Geld kosten, finanzieren lassen kann.

Ferner darf die Pro-Kopf-Verschuldung nicht weiter steigen, sondern muss langfristig gesenkt werden. Um eine vorausschauende Finanzpolitik führen zu können, dürfen Steuern nicht länger als unermüdliche Einnahmequelle, sondern vielmehr als Lenkungsinstrument gesehen werden, um äußere Einflüsse zu kompensieren. In finanziell guten Zeiten müssen die Schulden drastisch abgebaut und Rücklagen geschaffen werden, um in Rezessionszeiten verstärkt investieren zu können. Außerdem muss in wirtschaftlich schlechten Zeiten die Gewerbesteuer eher gesenkt als erhöht werden. Grundsätzlich sollte die Gewerbesteuer auf unter 300% abgesenkt werden.

Haushaltsführung

Das kameralistische Haushaltssystem ist gekennzeichnet von einer Reihe von Nachteilen, welche eine aussagekräftige Analyse der Mittelherkunft und Mittelverwendung nur unzureichend ermöglicht. Aus diesem Grund setzt sich die Junge Liste Stutensee dafür ein, dass man in Stutensee in den kommenden Jahren neben der kameralistischen Buchführung die aus der freien Wirtschaft bekannte Doppelte Buchführung etabliert. Dies ist unserer Meinung nach ohne zusätzliche Kosten möglich. Ziel könnte dann eine grundsätzliche Abschaffung der kameralistischen Buchführung sein. Wir erhoffen uns hiervon bessere Kontrollmöglichkeiten, Einsparungseffekte und beispielsweise eine bessere Möglichkeit zur realistischen Einschätzung von Folgekosten größerer Investitionen.

Auslagerung von Tätigkeiten der Verwaltung

Zur Entlastung des Personalhaushalts ist zu prüfen, inwieweit derzeitige Aufgaben der Verwaltung wie beispielsweise die Geschäftsführung der Eigenbetriebe etc. an mittelständische Unternehmen abgegeben werden können. Da diese oft noch effizienter arbeiten können als eine kommunale Verwaltung, erhoffen wir uns hieraus neben positiven Effekten für den Mittelstand weitere Einsparungen im Haushalt.

Wirtschaft

Arbeitslosigkeit vor Ort bekämpfen

Konkrete Beschäftigungs- und Ausbildungsinitiativen vor Ort zusammen mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern könnten dazu beitragen, Langzeitarbeitslose und möglichst alle jugendlichen Arbeitslosen in Ausbildung und Beschäftigung zu bringen.

Auch soll die Verwaltung regelmäßig prüfen, ob bestimmte Tätigkeiten durch mittelständische ortsansässige Unternehmen nicht besser und kostengünstiger ausgeführt werden können.

Wirtschaftsförderung und Arbeitsplätze

Zukunftsorientierte Wirtschaftsförderung bedeutet Offenheit und Kommunikation. ”Guter Service” darf nicht nur ein Schlagwort sein. Kurze Wege, zentrale Ansprechpartner, transparente und rasche Abläufe: Die Verwaltung ist nicht Aufseher, sondern muss Partner der Wirtschaft werden.

Zukunftsorientierte Wirtschaftsförderung bedeutet ebenso intensive Bestandspflege wie nachhaltige Impulse für Neuansiedlungen und Existenzgründungen.

Wir setzen dabei auf ein offensives Standortmarketing der Stadt Stutensee. Hierzu sind ausreichende finanzielle Mittel bereitzustellen.

Wir treten ein für eine vorausschauende, langfristig angelegte Flächenpolitik zur Sicherung neuer Gewerbe- und Dienstleistungsgebiete. Der Bedarf hinsichtlich Lage, Preis und Infrastruktur ist vielfältig. Dem muss auch das Angebot entsprechen.

Regelmäßige Gesprächsrunden von Wirtschaft, Bildungseinrichtungen, Wissenschaft und Forschung könnten die in und um Stutensee zweifelsfrei vorhandenen Kräfte bündeln und ein kreatives Innovationsklima schaffen.

Einkaufen in Stutensee

Auch durch die Ansiedlung zahlreicher Einzelhändler außerhalb der Ortschaften auf der ”grünen Wiese” sowie teilweise verbraucherunkfreundliche Öffnungszeiten und oftmals fehlender Werbung hat sich die Einkaufssituation in Stutensee in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verbessert. Neue Chancen, die sich beispielsweise in Blankenloch durch die Inbetriebnahme der Stadtbahn ergaben, wurden meist nicht genutzt, sondern wurden oft ins Gegenteil verkehrt.

Die Junge Liste Stutensee spricht sich deshalb dafür aus, in sämtlichen Ortsteilen mindestens die Grundversorgung sicherzustellen. Folgenschwere Versäumnisse, wie sie beispielsweise vor Inbetriebnahme des SPAR in Spöck gemacht wurden, sind in Zukunft dringend zu vermeiden.

Aufgrund der derzeitig schwierigen Lage sind wir uns bewußt, dass Verbesserungen nur schwer zu realisieren sind.. Folglich müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, die Händler zur Ansiedlung neuer Geschäfte zu ermutigen und sie dabei zu unterstützen. Die Öffnungszeiten sollen nach Möglichkeit entsprechend der Bedürfnisse der Bevölkerung vereinheitlicht werden. Gemeinsame, großangelegte Werbekonzepte können dann in Verbindung mit einem guten Service dazu beitragen, auch auswärtige Kunden zum Einkaufen nach Stutensee zu holen, wie dies beispielsweise im Waldstadt-Zentrum oder in Weingarten gelingt.

Öffentlicher Personennahverkehr

Kooperation statt Konfrontation

Wir sind gegen verordnete, einschränkende Maßnahmen zu Lasten des Individualverkehrs. Unser Ziel ist ein freiwilliger ÖPNV. Deshalb muss ein Zusammenspiel mit dem Auto stattfinden, wie dies z.B. bei den Park+Ride-Plätzen praktiziert wird.

Ausdehnung und Wirtschaftlichkeit

Die ÖPNV - Bedienung wird durch Anpassung der Verkehrsbedürfnisse vor Ort verbessert     (Nachfrageorientierung). Anstatt einer hohen Subvention der Betriebskosten muss schon beim Bau sinnvoll investiert werden (wie z.B. die Trassenführung durch die Blankenlocher Hauptstraße oder entlang der Bahnlinie in Friedrichstal). An den Gemeindegrenzen darf die ÖPNV - Planung nicht beendet sein. Einzig und allein zählen die Verkehrsströme.

Der ÖPNV in Stutensee ist folglich weiter bedarfsgerecht auszubauen. Die Stadtbahn nach Friedrichstal und Spöck muss höchste Priorität bei allen zukünftigen Investitionen haben. Eine langfristige Weiterführung der Stadtbahn über Karlsdorf-Neuthard nach Bruchsal ist auch im Sinne Stutensees. Wichtigstes Ziel ist eine hohe Attraktivität zu vernünftigen Preisen. Die Rentabilität einer Haltestelle im Gewerbegebiet Nord ist zu untersuchen.

Nahverkehr aus einem Guss

Die Stadtbahn bildet schon jetzt das Rückrad des ÖPNV in Stutensee. Als Ergänzung sollte in Zukunft jeder Bürger die Möglichkeit haben, die Vorteile der Stadtbahn durch ein stark verbessertes Bussystem nutzen zu können. Gleichzeitig sollte der Nahverkehr der Deutschen Bahn noch besser integriert werden.

Das Umsteigen muss generell erleichtert werden; es darf keine merkbaren Schnittstellen zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln  geben. Insbesondere der schlechte Zustand an der derzeitigen Endhaltestelle der Stadtbahn in Blankenloch ist dringend zu verbessern.

Eine bedarfsgerechte Anbindung der Gewerbegebiete ist wünschenswert.

Spätbusse und -bahnen

Die von der Jungen Liste Stutensee durchgesetzten Spätbusse und -bahnen an den Wochenenden und vor Feiertagen müssen beibehalten werden. Wir fordern, dass der letzte Bus von der Stadtbahnendhaltestelle in die nördlichen Ortsteile künftig erst nach Ankunft der letzten Stadtbahn um 03:00 Uhr abfährt.  Vor jedem Feiertag müssen die Bahnen wie am Wochenende fahren und nicht nur an einigen Feiertagen

Individualverkehr

Straßennetz

Dank des Baus zahlreicher Umgehungsstraßen ist ein Großteil der Verkehrsprobleme in Stutensee gelöst. Eine bessere Anbindung Stutensees an das Bundesautobahnnetz ist jedoch erstrebenswert.

Innerörtlicher Verkehr

Verkehrsberuhigung soviel wie nötig - Verkehrsfluss soviel wie möglich. Verkehrsberuhigung bremst die Raserei, hemmt aber einen zügigen Verkehr. Wir fordern deshalb, dass in diesen Fällen der Sinn der Verkehrsberuhigung und auch der Radarkontrollen überprüft wird. Radarkontrollen dürfen nicht als Einnahmequelle missbraucht werden.

Der Anschluss der Eggensteiner Straße an die L560 ist momentan noch nicht erforderlich und sollte auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

In Blankenloch ist nach Lösungen zu suchen, den Verkehr besser als bisher fließen zu lassen. Entlastungsmöglichkeiten der Hauptstraße sind zu suchen. Ein Konzept zur weiteren Entlastung Stafforts von Durchgangsverkehr ist zu erstellen.

”Zone 30” in Wohngebieten ist zweifelsohne sinnvoll. Vor allem an Gefahrenpunkten wie Schulen und Kindergärten werden sie auch von einem Großteil der Bevölkerung akzeptiert. Auf Erschließungs- und Durchfahrtsstraßen muss jedoch ein guter Verkehrsfluss gewährleistet sein. Aus diesem Grund sind alle Tempo-30-Zonen auf ihre Zweckmäßigkeit zu überprüfen. Auf die Instandhaltung der innerörtlichen Straßen ist ein besonderer Augenmerk zu richten. Geschwindigkeitskontrollen sollen in Stutensee der Erhöhung der Verkehrssicherheit und nicht dem Anwachsen der Füllhöhe der Stadtkasse dienen.

Fahrradwegenetz

Die noch verbliebenen Lücken im Radwegenetz sind schnellstmöglich zu schließen. Des weiteren ist darauf zu achten, dass bei der Auswahl der Fahrbahnbeläge auch die Anforderungen der stark ansteigenden Zahl von Inlineskatern berücksichtigt werden.

Vor allem an den neuen geplanten Stadtbahnhaltestellen fordern wir ausreichend Abstellplätze für Fahrräder. Mit erhöhtem Bedarf ist vor allem in Spöck zu rechnen, da es in dort nur eine Haltestelle geben wird.

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